Gewalt in der Pflege

Trotz einer Vielzahl an kreativen Lösungen, der Pandemie im Pflegealltag zu begegnen, können eine hohe Arbeitslast sowie mentale und körperliche Folgen zu Spannungen führen. Besonders das Gefühl, bevormundet zu werden, kann aggressives Verhalten und zuletzt auch Gewalt verursachen.

Fallbeispiel – Missachtung von Schutzmaßnahmen Herr A. wurde vor der Corona-Krise regelmäßig von seinen Angehörigen besucht. Wenn der Besuch kam, war bspw. Wäschewechsel, Unterstützung bei der Körperhygiene oder das gemeinsame Essen eine willkommene Entlastung im Arbeitsalltag. Auf die Tochter hat Herr A. besonders gut gehört. Bei notwendigen Terminen wie der Zahnarztbesuch konnte man zusammen mit ihr die Planung vornehmen und somit eine Abwehrhaltung von Herrn A. umgehen. Aktuell hat Herr A. seine Familie 7 Wochen nicht mehr gesehen. Telefonieren wird von Herr A. nicht toleriert. Wegen seiner Demenz leidet Herr A. unter sog. Zeitgitterstörungen (Ekmnesie) – plötzlich wird Herr A. aktiv und will das Heim verlassen, weil er „zu spät zur Arbeit kommt“. Dieses Verhalten nimmt täglich weiter zu. Aus einer mürrischen Verstimmung kommt es immer mehr zu Affektdurchbrüchen und schließlich zu lauten Auseinandersetzungen. Besonders wenn Herr A. am Verlassen der Einrichtung gehindert wird, wirkt er aggressiv und gereizt.

Aggression & Gewalt in der Pflege – Was können Sie tun?
Im Fall von Herrn A.: Wenn möglich, eine validierende Grundhaltung einnehmen. Sprechen Sie den Bewohner beim Namen an: „Guten Tag Herr A., wohin möchten Sie denn?“ Sprechen Sie mit der Situation verknüpfte Emotionen an: „Ja, das macht nervös, wenn man zu spät zur Arbeit kommt. Kommen Sie mit, wir finden eine andere Tür, die nicht versperrt ist.“

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